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Führen alle Religionen irgendwie zum Ziel? Ist doch nicht so wichtig, was man glaubt; Hauptsache, dass man glaubt! Oder? Judentum, Buddhismus, Hinduismus, Christentum, Islam: Steckt dahinter nicht letztlich doch derselbe Gott?

 

  1. Du lebst in einer multireligiösen Welt (Apg 17,16)

Athen, grob 50 nach Christus: Überall stehen Götterstatuen, Altäre. Athen ist weltoffen und multireligiös. Paulus wird hier nicht verfolgt wie anderswo – hier herrscht Meinungsfreiheit. Es arbeitet in Paulus: die Athener verehren so viele Götter, aber kennen den wahren Gott nicht! Das hält er nicht aus! Auch in Deutschland kann man alles und gar nichts glauben. Haben alle Religionen Recht – jede auf ihre Weise? Wie wichtig ist es mir, dass Menschen aus meinem Umfeld Gott kennenlernen?

 

  1. Sprich über deinen Glauben! (17,17-21)

Paulus kann nicht einfach nur Tourist sein – er sucht das Gespräch, erzählt, was er glaubt. Manche halten ihn für einen komischen Vogel, andere glauben, Paulus rede von einem Götter-Pärchen: von „dem Jesus und der Anastasis“ (= „Auferstehung“). Aber Paulus macht einige neugierig. Er wird eingeladen, auf dem Areopag mit ihnen zu diskutieren. Je interessanter und relevanter der Inhalt, umso mehr Zuhörer sind einem dort sicher. Wer Gesprächsgelegenheiten mutig nutzt, stößt nicht immer, aber immer wieder auf Interessierte.

 

  1. Begegne „anders“ Gläubigen mit Respekt! (17,22f)

Paulus hält eine spontane Kurzpredigt. Er respektiert den Glauben, die Religiosität der Athener. „Nach allem, was ich sehe, seid ihr wirklich religiöse, spirituelle Menschen. Ihr meint es ernst mit eurem Glauben!“ Es gibt leider Christen, die kämpfen gegen andere Religionen statt für ihren Glauben. Wir können uns, was die Ernsthaftigkeit der Glaubenspraxis angeht, eine Scheibe abschneiden bei manchen Muslimen. Rede positiv über deinen Glauben, nicht negativ über den Glauben anderer!

Die Athener gehen auf Nummer sicher und verehren alle denkbaren Götter für unterschiedliche „Zuständigkeiten“. Um keinen Gott zu vergessen, haben sie sicherheitshalber einen leeren Sockel als Heiligtum für den „unbekannten Gott“ gebaut. Den nutzt Paulus (obwohl die Griechen vielleicht auch froh waren, dass ihnen der unbekannte Gott unbekannt ist, damit bleibt er auf Distanz!) geschickt als Anknüpfungspunkt: „ich kenne den unbekannten Gott“. Auf Nummer sicher wollen viele auch mit dem christlichen Glauben gehen. Man glaubt an Horoskope, Glücksbringer, Sternzeichen und Feng Shui, man meditiert,… aber Kirchensteuern zahlt man und getauft ist man auch – nur so zur Sicherheit. Damit nichts schief geht, man kann ja nie wissen. Aber Gott will mehr sein als dein Ersatzrad im Kofferraum!

 

  1. Vertrete im Gespräch einen klaren Standpunkt! (17,24-26)

Paulus hatte einen charmanten Einstieg, aber er drückt sich nicht vor einem klaren Glaubensbekenntnis.  Er redet hier (vgl. Ps 96,5 / Apg 14,15 / 1. Thess 1,9) von dem einen wahren Gott: „Ihr habt hunderte von Götterstatuen nach euren Vorstellungen gestaltet. In Wahrheit ist es genau anders herum: Der eine Gott hat uns geschaffen! Ihr verehrt eure Götter, opfert ihnen – der einzig wahre Gott braucht keine Opfer – der hat sich für uns geopfert!“

Wenn wir Christen im Dialog der Religionen alles Trennende vermeiden und so tun, als könnten wir die Unterschiede ignorieren, läuft was falsch! Ein respektvoller Dialog gelingt nur, wenn beide Seiten ihren Standpunkt (und das Unterscheidende) klar machen.

 

  1. Gib Gottes Angebot sensibel weiter! (17,27f)

Paulus knüpft an die Sehnsucht der Menschen an (Sinn des Lebens, Antworten, Orientierung, Sicherheit) und sagt: Eure Religionen spiegeln eure Gottessuche wider! Der einzig wahre Gott – er interessiert sich wirklich für euch. Er bietet euch seine Nähe an! Ihr braucht euch nicht anzustrengen, Gott zu „ertasten“. Er ist zu uns gekommen! Gott liegt viel an uns. Paulus verdeutlicht unter Rückgriff auf einen den Zuhörern vertrauten Dichter: Wir sind Gott wichtig, er hat uns ja schon als „Gegenüber“ geschaffen (1. Mo 1,27 / Ps 8,6). Menschen suchen Kontakt zu Gott oft in schwierigen Lebenssituation. Gott verspricht: Jer 29,13f (Luk 11,9f): „wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen“.

 

  1. Bleib dabei: Nur der Gott der Bibel ist „Herr“! (17,29)

Durch die Blume, aber unmissverständlich sagt Paulus: „Aus meiner Sicht besteht eure schöne Götterwelt aus selbstgebastelte Attrappen“ (vgl. Jes 44!). Es reicht nicht, irgendetwas zu glauben, man muss schon das Richtige glauben! Die Bibel sagt: alle anderen Religionen sind letztlich menschliche Erfindungen! Es gibt aus Sicht der Bibel einen Weg zu Gott, alles andere sind Irrwege (Joh 14,6; Jes 43,10f;  Apg 4,12). Jesus ist der „Herr“(scher)! Entweder wir hängen uns an ihn oder wir sind verloren! Der Glaube an den biblischen Gott hat einen Exklusivitätsanspruch!

 

  1. Der Glaube packt dich ganz oder gar nicht! (17,30f)

Paulus erläutert: Die Suchbewegungen der Menschen (nach Antwort, Orientierung, Sicherheit) haben ein Ende. Gott hat in Jesus sein Gesicht gezeigt (Joh 14,9). Unsere Reaktion ist jetzt entscheidend: Der Glaube an Gott ist mehr als eine interessante Erweiterung des Horizonts – er prägt dein Leben oder er ist nichts wert. Wenn du Gott ernst nimmst, hat das automatisch Konsequenzen! Wenn nicht, auch. Paulus sagt: besser nehmt ihr Jesus ernst. Immerhin hat Gott ihn von den Toten auferweckt und als Richter beauftragt.

 

  1. Respektiere die Entscheidung anderer! (17,32-34)

Die Reaktion auf Paulus‘ Rede ist ziemlich unterschiedlich: Manche spotten, manche sind unentschlossen. Paulus respektiert all diese Entscheidungen. Die Bibel kennt keine Zwangsbekehrung, keinen Entscheidungsdruck. Gott macht ein Angebot – ob Menschen es annehmen, ist ihre Entscheidung. Aber ein paar haben begriffen: Der Gott, den Paulus ihnen vorgestellt hat, der kann nicht einfach zusätzlich in ihre Göttersammlung aufgenommen werden. Der sagt: „Ich oder die!“. Und sie lassen sich darauf ein. Mach dir bewusst, ob du den Gott der Bibel derzeit ablehnst, vertröstest oder ernst nimmst!