Das Abendmahl gehört wie die Taufe zu den Zeichenhandlungen, die Jesus selbst angeordnet hat. Beide gehören damit zum unwiderruflichen Bestandteil des Gemeindelebens. Im Abendmahl feiern wir die Begegnung mit dem, der unsere Schuld gesühnt hat – Jesus Christus. Verschiedene Aspekte spielen dabei eine Rolle:

  • In der Feier des Abendmahls erleben wir die heilbringende Nähe und Gemeinschaft Jesu Christi, indem wir uns an sein Leiden und Sterben für uns erinnern;
  • erneut erfahren wir unsere Annahme durch den gekreuzigten und auferstandenen Christus;
  • im Abendmahl erleben wir die Gemeinschaft mit allen, die Gott mit uns zum Glauben berufen hat (1. Kor. 11, 23-29; 10, 16f / Apg. 2, 47);
  • wir feiern die Versöhnung mit Gott und die Versöhnung untereinander in Anbetung und mit Danksagung und Fürbitte (Luk. 24, 30.35 / Matth. 26, 26-28 / Apg. 2, 42);
  • wir feiern das Abendmahl in der Vorfreude auf die Wiederkunft Jesu Christi und die Vollendung seiner Herrschaft, indem wir den Tod des Herrn verkündigen, bis er kommt und lassen uns stärken und mit Glaubensmut erfüllen für ein Leben mit Christus in Nachfolge, Zeugnis und Dienst (Luk. 22, 16-20).

Daher hat unser Verständnis vom Abendmahl fünf Dimensionen: Es ist

  • ein Gedächtnismahl, durch das wir Dank ausdrücken; die Anbetung findet begleitend Raum in Liedern und Gebeten;
  • ein Gemeinschaftsmahl, denn durch die Gemeinschaft mit Jesus und den Glaubenden erfahren wir Stärkung;
  • ein Verkündigungsmahl, denn wir sprechen immer eine Einladung zum persönlichen Glauben aus;
  • ein Anbetungsmahl: wir geben Jesus unser Vertrauen und stellen uns unter seine gute Führung
  • ein Hoffnungsmahl, denn wir sprechen uns Gottes Begleitung und seinen Segen zu im Vertrauen, dass er sich einerseits hier auf der Erde zu uns hält und andererseits seine Wiederkehr versprochen hat.

Wir feiern in der Regel an jedem ersten Sonntag im Monat gemeinsam mit Freunden und Gästen Abendmahl. Daran darf jeder teilnehmen, der

  • an Jesus Christus glaubt und in einer persönlichen Beziehung mit ihm lebt – nur am Rande: Glaube ist unabhängig von der Taufe! – (Joh.1,12)
  • weiß, dass er mit Gott „im Reinen“ ist, dass ihm die Schuld vergeben ist (1. Joh.1,9)
  • (soweit es an ihm liegt) in einem geordneten Verhältnis mit seinen Mitmenschen lebt (Matth. 5, 23; Matth. 6, 14-15) und
  • der nicht „unwürdig isst und trinkt“, d.h. der nicht in einer Weise am Abendmahl teilnimmt, die die Heilstat Jesu Christi durch liebloses Verhalten missachtet und zeigt, dass er nicht wirklich mit Christus verbunden lebt (1. Kor. 11,27).

Wir laden Gäste, die diese Beziehung zu Gott noch nicht kennen, regelmäßig bei den Abendmahlsgottesdiensten dazu ein, ihm ihr Herz zu öffnen und seine Erlösung persönlich in Anspruch zu nehmen. Wer das bewusst in einer Beziehung mit Jesus Christus leben möchte, ihm seine „Herzenstür“ öffnen möchte, an die er anklopft, ist eingeladen, mitzufeiern. Alle anderen bitten wir, Brot und Kelch nur weiterzureichen, wenn es durch die Reihen geht.